Mehr (gelber) Schein als Sein

Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

Die Kompetenz der in Deutschland tätigen Ärzte, insbesondere vielleicht in Krankenhäusern, wird ja immer mal wieder gerne in Frage gestellt. Vor allem kommunikativ haben die nach mehr oder weniger verbreiteter Ansicht oft eher wenig drauf. Kommen ja auch heute fast alle aus dem Ausland. Ein offizieller Vorschlag aus dem Gesundheitsministerium lautete vor einiger Zeit bereits: Liebe Patienten, bitte besser Englisch lernen! Gerade auch die Gruppe 70-plus, die ja den Großteil der Langzeit-Check-Ins in unseren Klinken ausmacht.

Wie passt das mit dem Medizin-NC von 1,0 zusammen?

Die Frage, wie der vermeintliche Mangel an deutsch sprechenden Ärzten in deutschsprachigen Krankenhäusern mit dem Numerus Clausus von 1,0 für ein Medizinstudium an vielen deutschen Universitäten zusammenpasst, zwingt sich in diesem Zusammenhang geradezu auf. Andererseits ist es fraglich, mit welchen Ambitionen und Motivationen Menschen in Deutschland ein Medizinstudium absolvieren, um dann anschließend in eigener Praxis im 15-Minuten-Rhythmus Gelbe Scheine auszustellen. Bei einer Vorliebe für Bürokratie und Papierkram wäre der Weg zur Stadtverwaltung doch sicher die einfachere und vielleicht passendere Option gewesen?

Wäre bei einer Vorliebe für Bürokratie der Weg in
die Verwaltung nicht vielleicht sinnvoller gewesen als das Medizinstudium?

Dienst nach Vorschrift in der Hausarztpraxis

Erst neulich hörte ich wieder von jemandem, der gehört hat, dass ein Bekannter um zwei Ecken zum Arzt musste, tatsächlich in diesem Fall mit der Absicht, sich seinen erkältungsbedingten Arbeitsausfall attestieren zu lassen. Kurz den nächsten ‚Hausarzt‘ um die Ecke herausgesucht, angerufen, Termin vereinbart, zwei Stunden später ging’s auch schon hin. Kurze Wartezeit, angenehm kleine Praxis, alles gut. Und zehn Minuten später war der Bekannte um zwei Ecken auch schon wieder zu Hause.

Ergebnis: krankgeschrieben für den Rest der Woche. Sonst nichts zu machen. Keinerlei Tipps zur Stärkung des Immunsystems, keine Rückfragen, nicht mal eine Medikamentenempfehlung. Also von beiden Seiten zu 100 % Dienst nach Vorschrift, die vorsieht, sich bei krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit nach drei Tagen krankschreiben zu lassen.

Nun gut. Warum auch mehr tun als notwendig? So ist das mit dem guten Pferd. Dennoch fragt sich der Patient im Nachhinein: Dafür sechs Jahre Medizinstudium und fünf Jahre Facharztausbildung? Formulare auszustellen lernen die in der Ausbildung beim Amt in der dritten Woche…

Kategorie Diskussion, Gesundheit, Leben

Laurenz ist schon gut rumgekommen in Westfalen: Geboren im Sauerland und aufgewachsen in Paderborn, zog es ihn zum Studium endlich hinaus in die weite Welt – zuerst nach Dortmund, dann nach Münster. Zu Hause is eben schön. Watt willste machen. Trotzdem ist Laurenz auch oft in der Weltgeschichte unterwegs und bereist als Tourist und Musiker regelmäßig die schönen Orte und Bühnen Europas.

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